Lunch & Talk: 45 Jahre Engagement für sprachliche Gleichberechtigung – Rückblick und Ausblick auf diversitätssensible Sprachleitfäden

am 7. Dezember 2021 | 11.30 bis 13.00 Uhr | Online
mit Prof. Dr. Daniel Elmiger (Universität Genf), Christine Ivanov (Universitäten Hannover und Genf), Aline Siegenthaler (Universität Genf) und Diana Hillebrand-Ludin (Koordinierungsstelle)

Im April 2021 haben wir eine vollständig überarbeitete Auflage unserer Broschüre "Ausgesprochen Vielfältig. Diversitätssensible Kommunikation in Sprache und Bild" herausgebracht. Über das Jahr hinweg haben wir die Neuauflage mit einem umfangreichen Workshopprogramm begleitet. Am 7. Dezember schließen wir die Veranstaltungsreihe mit einer letzten Lunch-Lecture, die die Draufsicht auf die sogenannten Sprachleitfäden einnimmt, ab. Gemeinsam mit den Sprachwissenschaftler*innen Christine Ivanov, Daniel Elmiger und Aline Siegenthaler sprechen wir über ihren Ursprung, die Entwicklung ihrer Inhalte und fragen, wer sie nutzt, was sie nutzen und welche Trends sich für die Zukunft erkennen lassen. Wir freuen uns auf folgende drei Kurzvorträge und das anschließende Gespräch mit Publikumsbeteiligung.

Christine Ivanov (Promovendin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für deutsche Gegenwartssprache, Universität Hannover):
Nicht-sexistische, geschlechtergerechte oder diversitätssensible Sprache – wie sich Debatten um Sprache und Geschlecht in Leitfäden zeigen

Die Debatten um geschlechtergerechte Sprache sind bereits 50 Jahre alt. Auf institutioneller Ebene bemühen sich Verantwortliche einen pragmatischen und gleichzeitig engagierten Umgang zu finden. Dazu werden vielfach Leitfäden erstellt, in denen sich das Polarisierungspotenzial des Themas zeigt. In dem kurzen Input werden anhand von Beispielen aus Leitfäden zentrale Argumentationslinien im Diskurs um geschlechtergerechte Sprache dargestellt.

Daniel Elmiger (Professor für deutsche Linguistik, Universität Genf):
Leitfäden für geschlechtergerechte / inklusive Sprache: eine internationale Textsorte

Seit den 1970er-Jahren gibt es, ausgehend vom englischsprachigen Raum, Leitfäden, die zeigen, wie Sprache geschlechtergerechter, bewusster, inklusiver usw. verwendet werden kann bzw. soll. Allein aus dem deutschsprachigen Raum gibt es hunderte von Exemplaren, die sich auf unterschiedliche Kontexte (vor allem Behörden, Hochschulen und andere Institutionen) beziehen. Eine internationale Sammlung solcher Leitfäden wird kurz vorgestellt, wobei einerseits die wichtigsten Elemente des Genres hervorgehoben werden, aber auch solche, die nur in einzelnen Leitfäden vorkommen.

Aline Siegenthaler (Promovendin, Assistentin an der Professur für deutsche Linguistik, Universität Genf):
Zwischen genderbewusst und diversitätssensibel – Tendenzen aktueller Leitfäden für geschlechtergerechte Sprache

Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass sich die Diskussion um geschlechtergerechte Sprache vermehrt um sprachliche Formen dreht, die Menschen unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten einschließen sollen (z. B. der Genderstern). Durch eine Analyse ausgewählter Leitfäden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wird in meiner Präsentation aufgezeigt, inwiefern diese Formen in Leitfäden für geschlechtergerechte Sprache des deutschsprachigen Raums eingeflossen sind. So wird erkennbar, welche Tendenzen bezüglich der geschlechtergerechten Sprache momentan bestehen.

Anmeldungen sind bis zum 6. Dezember 2021, 18 Uhr, möglich. Wir sind bemüht, unsere Veranstaltungen so barrierearm wie möglich zu gestalten. Sie helfen uns dabei, wenn Sie uns etwaigen Unterstützungsbedarf bis 25. November 2021 mitteilen.

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